Über den Blog

Was ist unternehmensdesigner.at?

Das ist eine Webseite, auf der Sie Ideen für neue Unternehmen und solche, die sich verändern wollen, finden. Unternehmensdesigner.at ist eine bunte Mischung: Ein bisschen Methodenkoffer, ein bisschen Schaufenster und ein bisschen Werkbank. Methodenkoffer deshalb, weil ich hier Einblicke in meine Arbeit als Organisationsentwickler gebe. Schaufenster, weil ich hier für Unternehmen (auch Social Entrepreneurship) bzw. Geschäftschancen werbe, an denen ich arbeite. Und Werkbank, da ich über das Bloggen mehr über Design Thinking lerne und seine Stärken für das Unternehmertum auslote. Ich bin Norbert Kathan und überzeugt davon, dass unsere schnelllebige Zeit von Menschen gestaltet wird, die sich sehr offen miteinander austauschen. Ich nenne sie „Unternehmensdesigner“. Wenn Sie auch so gepolt sind, dann sollten wir uns austauschen, weil wir können möglicherweise voneinander lernen, das eine oder andere umsetzen und gemeinsam etwas bewirken.

Woher kommt der Begriff Design Thinking?

Der Denkprozess von Designern und dazugehörige Kreativtechniken wurde 1991 von David M. Kelley an der Stanford University unter dem Titel „Design Thinking“ zusammengefasst und für den Einsatz jenseits der Produktästhetik adaptiert. Das von ihm gegründete Designunternehmen IDEO hat die letzten drei Jahrzehnte F&E der führenden Konsumgüterhersteller maßgeblich mitgestaltet. Design Thinking besteht aus den fünf Modi „Empathize, Define, Ideate, Prototype and Test“, die in der Regel mehrfach durchlaufen werden. Dabei ist die logische Reihenfolge unerheblich und es ist sogar empfehlenswert je nach Bedarf einzelne Modi auszulassen oder häufiger zu wiederholen. Wichtig ist nur, dass sich das Team immer bewusst ist in welchem Modi es gerade arbeitet. Wie in den Räumen eines realen Ateliers kann das Team je nach Modi aus verschiedene Kollaborations- und Kreativtechniken wie z. B. „Observations“ oder „Paper prototypes“ wählen.

Wofür eignet sich Design Thinking?

Design Thinking ist ein Leitfaden zum experimentellen Lernen in Gruppen. Der Leitfaden ist nicht wie normative Strategielehre (vgl. BCG-Matrix) oder ein Projektvorgehen anzuwenden. Iterationen, Didaktik

Mit Design Thinking könne nicht nur Produkte und Services entwickelt werden. Mithilfe der Modi können auch andere Projekte (z. B.: Strategie operationalisiere, Geschäftsmodelle weiterentwickeln) und Aufgaben gemeistert werde (z. B.: Interfaces und Workflows eines Webschops skizzieren).

… keine fertige Methode ist. Die Gruppe gestaltet ihre Arbeitsweise mit, indem sie verschiedene Techniken auswählt und abwandelt. Wie gut es der Gruppe gelingt, neue Gedanken zu entwickeln (zu divergieren) und das Wesentliche zu kristallisieren (zu konvergieren), hängt entscheidend von ihrem Geschick und Rhythmus ab.

Ganz allgemein hilft Design Thinking bei der Moderation von Situation, die ergiebigen Output fordern, wenn angestrengt nachgedacht und greifbare Ergebnisse erzielt werden müssen.

Warum ist Design Thinking kein Hokuspokus?

Design Thinking ist wohl nicht so neu wie es dargestellt wird. Bereits 1690, dreihundert Jahre vor David M. Kelley hat John Locke in seinem Essay zum menschlichen Verstand die Gegebenheiten hinter den modernen Schlagworten „Empathize, Define, Ideate, Prototype and Test“ philosophisch untersucht. Ihm zufolge lernen wir beim Tun oder Ausprobieren (Action), da wir durch Überlegen (Reflection) aus Erfahrungen (Sensation) Erkenntnisse (Perception) gewinnen, die uns helfen besser zu handeln (Changed Action). Design Thinking bedient sich dieser Mechanik mit einer Nuance: Der Designer lernt meist im Auftrag eines anderen Handelnden und bedient sich dabei fixfertiger Kreativtechniken. Der Designer beginnt damit sich in den Handelnden zu versetzen. Dabei fühlt und überlegt (Empathize) er zunächst. Das führt bei ihm zu Erkenntnissen (Define), die ihm neuen Handlungs- bzw. Gestaltungsspielraum eröffnen (Ideate), in dem er durch Ausprobieren (Prototype) neue Erfahrungen (Test) sammelt.

David M. Kelley hat mit Design Thinking sozusagen das Schweizer Taschenmesser des Konkreten, Greifbaren und Praktischen erfunden. Dass wir uns beim Schneiden wehtun können, dem sind wir uns spätestens seit John Locke bewusst.

Es ist nichts vorgesehen, was von diesem Drang zur Praxis ablenken könnte, der im Unternehmensalltag (wenn Menschen zusammenarbeiten) gelegentlich zu kurz kommt oder gar verloren geht. Wenn diese Techniken mit der Mechanik von J. Lock zusammen wirken entstehen Ergebnissen, die nicht nur begehrenswert sondern auch technisch machbar und wirtschaftlich sind.

Warum ist Design Thinking im Unternehmen nicht so einfach anzuwenden?

Viele Unternehmen machen sich gerade große Mühe die Designprinzipien in ihre Arbeitsweise zu integrieren. Oft bleiben jedoch die Erfolgserlebnisse aus, die über ausreichend Strahlkraft verfügen um die Unternehmenskultur zu wandeln. Das hat mehrere Ursachen. Zunächst bleiben die Anglizismen „Empathize, Define, etc.“ lange abstrakt und wirken für viele Unternehmenszwecke unpassend – um nicht zu sagen abgehoben. Design Thinking setzt ein hohes Maß an methodischem Wissen und Übung voraus. Erst wenn die Mitarbeiter die Mechanik verstanden haben und mehrere Kreativtechniken (mind. 5, für jeden Modus eine) wie das Einmaleins beherrschen, erschießen sich ihnen die Begriffe und die Anwendungsfälle. Das ist schwieriger zu erreichen als man denkt, denn die Anglizismen und die Arbeitsweise entsprechen in den meisten Firmen einfach gar nicht dem Usus.

Ist diese Einstiegshürde einmal genommen, steht nur noch das Tagesgeschäft im Weg. In den wenigsten Fällen stellen sich nämlich die Herausforderungen, die man im Betrieb antrifft, wie die Fallbeispiele zu Design Thinking des Standford College dar. Im operativen Betrieb werden Todos nicht erledigt, Ziele nicht erreicht, passieren Fehler, sind Mitarbeiter unzufrieden, ufern die Kosten aus, rennt die Zeit davon und ständig fürchtet man sich davor von der Konkurrenz abgehängt zu werden oder die neuen Chancen zu verpassen, für die man mühevoll Know-how und Ressourcen lukriert. In diesen Wettbewerbssituationen scheint es verständlicherweise absurd sich auf einen Designprozess einzulassen, der zweifellos mehrere Tage in Anspruch nimmt und auf den ersten Blick wie ein nicht enden wollender Kreislauf wirkt, in dem die Lösungen nie aus dem Teststadium herauswachsen.
Erschwerend hinzu kommt, dass Design Thinking nicht als Ganzes in einer Publikation aufgearbeitet wurde. Vergleichbare Konzepte erfreuen sich weitaus größerer Beliebtheit, weil sie mithilfe der Aufarbeitung sofort spielerisch einfach anzuwenden sind. Einzelne wie z. B. Business Model Canvas oder Scrum haben nahezu Kultstatus erreicht. Die Gedanken zum Design (Design Thinking) sind im Vergleich dazu bestimmte Fragen, die wir uns beim Gestalten jedes Arbeits- und Lernprozesses erneut stellen müssen. D.h. als Anwender werden wir aufgefordert eigene Logik zu ergänzen. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren mehrere Spielarten erfolgreich publiziert wie z. B. Service Design Thinking, Business Model Design und Startup Design, die zwar einen konkreten Anwendungsfall beschreiben, jedoch das Vordringen zu den Grundsätzen eher erschweren.

Warum Unternehmen Design Thinking beherrschen sollten?

Wie ihnen unternehmensdesigner.at dabei hilft?

Wie sind die Beiträge geordnet?

Wie weiß ich, ob ich bereits nach Design Thinking arbeite?